Bettentausch, Schoko- Flut, von bösen Fallenstellern, Überraschungsbesuch und Wander- Besuch


Hallihallo, wir sind es wieder, heute aus Frankfurt am Main.

Das las sich beim letzten Mal sicher ein wenig Besorgnis erregend, und so war es tatsächlich auch. Also das mit dem Oberschenkelmuskelischiasknie. Nun ist es ja aber so, dass wir im WoMo getrennt schlafen, Marion in einem der Stockbetten und ich im Alkoven. Nun haben wir wegen ihres akuten Problems getauscht, damit sie sich besser ausbreiten kann, denn dort ist es schon deutlich breiter als in den Betten hinten. Viel mehr konnten wir jetzt nicht mehr tun, hoffen noch.
Die 47. Etappe führte von Freilingen nach Montabaur. Wobei ich in Selters (allerdings nicht das, von wo das bekannte Wasser kommt) blieb, für den Fall dass die Werkstatt anruft und ich dort schnell ein Fensterlein einbauen lassen kann. Wurde aber nix am Donnerstag.                                                   5:50 Std war Frau Müller unterwegs, um die 26 Kilometer zu bewältigen, bevor sie im Bus zu mir zurück fuhr wie vor besprochen. Zwar meinte sie, dass der in Halbhöhenlage entlang führende Weg sehenswert sei, aber leider war auch bewölkt und teilweise gewittrig. Wenigstens wurde sie nicht nass unterwegs, denn entweder sie befand sich gerade in einem Waldstück oder es regnete nicht. Auch ich in Selters bekam ein paar kleinere Gewitter ab, und Regen. In Montabaur angekommen musste die Wandersfrau auf den Bus warten und – Überraschung! – da bummelte sie doch glatt ein bisschen herum. Dieses Mal war jedoch kein Klamottengeschäft der Begehrlichkeit Nummer Eins, sondern ein „Sprüngli & Lindt“- Schokoladen- Shop! Und tatsächlich fand sie „ein super Angebot“, ich glaube so etwa 14 Tafeln kaufen und dann eine halbe umsonst dazu bekommen… Jedenfalls brauchte es ein extra Abteil im Kühlschrank, und meine Geschenke hießen Vollnuss und Zartbitter mit Chili. Immerhin mit der Empfehlung der Verkäuferin, dass sich letztere am besten mit einem trockenen Rotwein genießen lasse. Respekt, die Frau hatte Recht, ich konnte das noch am selben Abend bestätigen…
Das Schloss Montabaur
Nach einer erneut besser durchschlafenen Nacht hatte Miss Wanderlust zunächst die Busfahrt von Selters nach Montabaur vor sich, um dann die schon 48. Etappe bis Nassau in Angriff zu nehmen. Mir blieb zunächst die Aufgabe, einzukaufen, zu warten und auf den Anruf zu hoffen, dass das Fenster eingetroffen sei und die Reparatur von statten gehen kann.
Wie schön, dass dies dann an dem Freitag klappte. Das Fensterchen (wir wussten es ja bereits) war nicht gerade preiswert, dafür kaum Arbeitskosten auf der Rechnung. In exakt vier Minuten war der Einbau fertig!                                                                                                                                        Für die Müllerin standen 6:20 Std Wanderschaft auf dem Plan, es waren doch 25,0 Kilometerchen bis Nassau. Den Westerwald ließ sie hinter sich und es begann der Taunus. Von durchaus schönen Wegen und einem hügeligen Gelände berichtete sie später, insgesamt sei es jedoch eine nur durchschnittliche Etappe gewesen. Obwohl sie durch "mein" neues Dorf wanderte...

Wenn du auch noch ganze Dörfer bauen musst zwischendurch...
Haha, ihre Samstagsetappe, nämlich 17 Kilometer von Nassau nach Laurenburg, durch das schöne Lahntal, sollte noch langweiliger werden! Denn die Erwartung, mehr oder weniger an der Lahn entlang zu wandern, wurde herb enttäuscht, führte die Strecke doch deutlich oberhalb fast ständig durch Waldgebiete, so dass sie den Fluss und das Tal so gut wie nie sah. Dafür hatte ich die Gelegenheit, ein wenig durch die ganz schmucke Stadt und auch zur Nassauburg hinauf zu wandern. Ich war allerdings – vor allem bei der Burg – so früh dran, dass ich zwar der einzige Besucher blieb, die Burgschenke dafür aber auch erst öffnete, als ich schon wieder eine Stunde fort war…              Egal, wichtig an diesem Tag waren ja ohnehin vor allem die WM- Viertelfinals.

Nassauburg
Spaziergang durch Nassau



Aarbergen im Aartal war das sonntägliche Ziel. Genau gesagt Aarbergen- Kettenbach, falls es jemand kennt.  Aber ich kann es mir nicht vorstellen, mir sagte es auch nichts, im Gegenteil, ich wurde immer unsicherer, ob ich richtig fahre, als ich zum Beispiel durch den Ort „Katzenelnbogen“ (doch doch!) geführt wurde. Immerhin kam ich unterwegs auch – wenn auch weit – an der leider voll im Gegenlicht liegenden „Schaumburg“ vorbei. Hier irgednwo "überquerten" wir wieder einmal eine Landesgrenze, in dem Falle die von Rheinland Pfalz nach Hessen.

Die Schaumburg
Schloss Arnstein

Vorab ausgeguckt hatten wir uns - in Ermangelung eines Campgrounds oder so - einen Stellplatz an der Festhalle, aber die suchte ich umsonst, denn die gab es nicht mehr; also auch die Stellmöglichkeit nicht. Dann liegen die Ortsteile von Aarbergen ziemlich im Tal, und es geht auf beiden Seiten recht steil hinauf, so dass man auch sonst schier nichts finden konnte, um halbwegs eben zu stehen. Am Schluss gelang es doch, aber wirklich toll war der Platz nicht gerade.                                               Und leider ging ich an diesem Sonntag auch erstmals seit Abfahrt zuhause den bösen Fallenstellern und Wegelagerern ins Netz. Wird kaum der Rede Wert sein, denke ich, trotzdem ärgerte ich mich, weil ich ganz stolz darauf war, bis jetzt, und da kamen doch immerhin 2683 Kilometer zusammen, nicht ein einziges Mal einem Blitzer zum Opfer gefallen zu sein. Naja, das war auch ein wirklich hinterlistiger!

Bösartige, kaum zu erkennende Falle!


Frau Müller erreichte mich nachmittags fluchend und schimpfend! Zwar zeichnete sich im Bereich Muskel, Knie und Ischias eine weitere Besserung ab, aber die ganze 50. Etappe, ausgerechnet diese, die sie von Laurenburg über 20 Kilometer in 4:45 Std nach Schaumburg- Michelbach führte, war von den zuständigen Wandervereinen absolut übel - oder gar nicht - ausgeschildert, so dass sie immer wieder irgendwelche Strecken umsonst ging und drehen musste.

Der Montag sah die 51. Etappe bis Idstein vor. Ich hatte mich zu sputen, denn zunächst waren die üblichen Tagesarbeiten (entsorgen und versorgen) zu erledigen und danach hatte ich einen wirklich üppigen Einkaufszettel abzuarbeiten. Und einen Termin! Denn um 12.00 Uhr musste unser aktueller Wanderbesuch Andreas am Bahnhof in Idstein abgeholt werden; aber alles klappte.
Während wir beiden uns dann das sehr schöne Innenstädtchen von Idstein ansahen und ein Begrüßungsbierchen nahmen, traf tatsächlich auch der Waldläufer in der Altstadt ein und gesellte sich zu uns. Sie berichtete von einer landschaftlich wunderschönen Taunusetappe mit zahlreichen Aussichtspunkten über den Taunus. 23 Kilometer war sie unterwegs und hat 5:30 Std benötigt. Gemeinsam machten wir uns zuletzt auf den Weg zum Mobil, einrichten und vertraut machen hieß es, bevor der Tag mit köstlichem Rinderfilet vom Grill, Baguette und Salat sowie Wein und Weißbier sich neigte.



In Idstein, ein lohnenswertes Städtchen









Die erste Wanderetappe für die beiden zusammen war die geteilte 52., also Nr. 52 a.16 Kilometer immerzu auf und ab bis nach Glashütten marschierten sie, es war ein meist im Wald gelegenes Teilstück, sie brauchten gemütlich 4:00 Std für die 16 Kilometer. Von dort fuhren sie per Bus zurück nach Idstein, so dass wir den recht guten Stellplatz noch eine Nacht nutzen konnten. Nach ihrer Rückkehr (Blasenalarm allenthalben) versorgten sie ihre Füße, der Blasenpflasterabsatz stieg enorm, und währenddessen bekamen wir erfreulicher Weise einen Überraschungsbesuch! Denn eine Freundin, Andrea, war mit ihrem WoMo auf dem Weg zum Nordkap kurzentschlossen über Idstein gefahren und hatte sich fürs Abendessen, das erste Halbfinalspiel und die Nacht zu uns gesellt! Ein überdurchschnittlich langer Abend - während dem es auch noch zu regnen begann und wir ins Innere des WoMos gedrängt wurden - kam heraus, aber das war zu erwarten.

Los geht's!




Toller Überraschungsbesuch!
 


Halbfinale und draußen regnets...

Nach dem Frühstück am Mittwochmorgen trennten sich unsere Wege.                                               Andrea fuhr weiter gen Norden, ich brachte die beiden Wandersleute nach Glashütten, von wo aus die Etappe 52 Teil b startete. Leider zeigte sich der Himmel trüb und mit zahlreichen Wolken, wenngleich ohne Regen und ohne den tags zuvor noch herrschenden kühlen Wind. Sie hatten erst den Anstieg zum "Kleiner Feldberg" und nach dem den Anstieg zum "Großer Feldberg" (eigentlich müsste der im Schwarzwald ja wohl jetzt mindestens in "Ganz großer Feldberg" umgetauft werden!) auf 900 Meter zu bewältigen.

Aussicht vom "Großer Feldberg"



Viele Wanderer und vor allem Mountainbiker begegneten ihnen unterwegs, man merkte deutllich, dass wir schon im Einzugsgebiet von Frankfurt/ Main und auch Wiesbaden waren. Weil ja das zweite Halbfinale stattfand, suchte ich mit einigen Schwierigkeiten - was aber für die Stadt zu erwarten war - einen Platz für die Nacht am Ziel in Oberursel und fand den schließlich. auch wenn wir für die Übertragungszeit  und später wieder zum Standplatz zurück je 50 Meter verlagern mussten, damit unsere SAT- Schüssel den Satelliten fand. Klappte aber.

Donnerstag, also heute, war schon wieder Abreisetag für Andreas. Den Vormittag und etwa bis 14 Uhr verbrachten die zwei Wandergesellen mit der Bewältigung eines Teilstücks der 53. Etappe, die eigentlich von Oberursel bis Frankfurt- Sachsenhausen führt, aber heute eben am Haupbahnhof enden musste, weil der Zug dort abfuhr.
19 Kilometer wanderten sie in 4:00 Std, lange über Feld und immer die Frankfurter skyline vor Augen, bis sie schließlich in die Großstadt eintauchten. Zur Übergabe des Gepäcks trafen wir dann am Hauptbahnhof wieder zusammen.


Vom Land in die Stadt - kurz vor Frankfurt am Main





Die Blasen schienen bereits wieder abzuklingen und so wie es den Anschein hatte, war es für unseren Besucher Andreas eine angenehme und schöne Zeit, und - das dachten wir uns aber schon - auch wenn sich die Muskulatur wahrscheinlich manchmal nicht besonders locker und schmerzfrei zeigte, Klagen hörten wir keine und nach Abkürzungen wurde auch nicht gesucht; durchaus eine feine Leistung, aus der Arbeitswelt heraus schnell mal drei Tage mit Miss Latsch mitzuwandern!

Für uns geht es nun wieder alleine weiter, wir werden Frankfurt/ Main am Freitag verlassen und dann auch den Taunus, um langsam in den Odenwald und noch näher an die Heimat zu gelangen. Beruhigend ist, dass sich das Ischiasproblem langsam aber sicher merklich bessert, und dass die Knie- und Muskelschmerzen sowieso ganz verschwunden sind.
Wir melden uns über diesen link wieder. Bis dahin allen eine lässige Sommerzeit und herzliche Grüße von uns.

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