Die Heide, Wetterveränderungen, eine tolle Geste und ein Außenspiegelkracher

Hallo, wir sinds, inzwischen aus dem Bereich Lüneburger Heide.

Gerade dass der letzte blog- Beitrag neulich noch veröffentlicht werden konnte! Wirklich keine zehn Minuten später ging nichts mehr, nur noch Blitze und Regen, allerdings kein Hagel. Und bis zum Morgen erlebten wir tatsächlich vier Gewitter und eine spürbare Abkühlung, nämlich auf 19 Grad!
Und weil die Vorhersage von weiteren Gewitttern orakelte, überlegte sich Marion ernsthaft, ob sie an dem Samstag nun wandern sollte oder besser nicht.
Die Sonne wollte zwar nicht zum Vorschein kommen den Tag über, aber von Gewittern war auch weit und breit nichts zu sehen, insofern war die Entscheidung, die sie nach Erneuerung von ich glaube 22 Blasenpflastern traf, die richtige. Sie wanderte also, immerhin befanden wir uns inzwischen schon in der lieblichen, leicht hügeligen Heidelandschaft, wenngleich die Etappe(n) oft durch Sand und fast immer durch waldreiches Gebiet führten.



Die Heide beginnt


So beendete der Waldläufer die 21. Etappe in Undeloh (ich hatte ja erst "Hundeklo" gelesen...) trocken geblieben nach 21,5 Kilometern und 4:40 Std. Dann erfuhr sie auch von meinen Erlebnissen des Tages.

In Undeloh

Ich hatte mich in eben diesem Weltzentrum auf einen Parkstreifen (die Straße hieß übrigens "Dorfeiche", noch Fragen?) gestellt, weil ich in der Karte etwas nachsehen wollte. Wie ich mich also rechts hinüber gebeugt in die Straßenkarte (für die jüngeren Leser: das ist ein Navi auf Papier gedruckt) vertiefe, gibt es einen mächtigen Schlag und einen Schatten. Gefühlt zwei Zentimeter donnerte eine (ebenso mächtige...) Mama mit ihren vier Sprösslingen im VW- Bus am WoMo vorbei und - logisch - dem konnte der Außenspiegel nicht standhalten. Laut und schnell flog der gut zwölf Meter weit direkt vor die Hufe von zwei schon angespannten Pferden (weils dort Heiderundfahrten im Pferdegespann gibt), zum Glück nur davor. Denke, sie war ein wenig abgelenkt, und weil sie ein bisschen einen, naja, wenig Vertrauen erweckenden Eindruck machte und zum Beispiel nicht wusste, wo denn das Auto nun versichert ist, rief ich die örtliche Polizei. Während der Wartezeit erzählte sie mir, dass ihr das, also dass sie einen Außenspiegel weggemäht hat, schon einmal passiert sei. Eine Außenspiegelfetischistin also!

Fehlgeschlagener Versuch, das Teil irgendwie nochmal zu stabilisieren...


Etappe Nummer 22 führte Frau Müller von Undeloh nach Bispingen, wieder war es ähnlich vom Streckenverlauf, hier und dort wegen langer Geradeauspassagen sogar etwas langweilig, aber immerhin führte sie der Weg durch Wilsede, ein Museumsdorf, welches man - als nicht Eingeborener jedenfalls - nicht mit dem Auto anfahren kann. Straßenlaternen gibt es übrigens auch nicht. Schade, für diese schönen Gebäude hätte es gerne blauen Himmel geben können, von dem war aber vormittags nichts zu sehen. Bemerkenswert an diesem Tag: nach5:30 Std und 25,7 Kilometern fand sich keine einzige neue Blase am Fuß der Wandersfrau, also gab es abends auch keine Nähstunde...

Museumsdorf  Wilsede



Es gab keinen vernünftigen Platz für die Nacht dort, jedenfalls nix offizielles. Aber ich fand beim örtlichen Schwimmbad, wo weder innen noch außen auch nur ein bisschen was los war, einen riesigen Parkplatz für uns, und wir waren bis abends völlig und später fast alleine dort. Es gibt in dem Bereich des Hallenbades auch ein Fitnessstudio und das Wuschele fragte dort, wie man denn "nur zum duschen" ins Bad gelangen könne, da erlaubte die freundliche Mitarbeiterin des Studios doch glatt, dass wir beide einfach mal so die Duschen im Studio nutzen dürfen; eine tolle Geste!

In Bispingen


Auf die Nacht fand sich noch ein Paar aus Neuseeland auf dem Parkplatz ein, und natürlich plauschten wir noch ein Weilchen über ihr und unser Land.

Dass der Montag von Telefonaten und Organisation geprägt sein würde, war ja klar. Während also die Draußenfrau die 23. Etappe nach Soltau in Angriff nahm, gelang es mir, einerseits die Versicherung von der Notwendigkeit meines geplanten Vorgehens zu überzeugen und eine Werkstatt zu finden andererseits, die die Sache noch am selben Tag regeln konnte. Um 12.30 Uhr war der neue Außenspiegel am WoMo installiert und ich hatte sowohl Rechnung wie Anschreiben bei der örtlichen Post an die Versicherung abgeschickt. Einzig dass die Werkstatt direkt mit der Versicherung abrechnet, konnte ich irgendwie nicht hinbiegen; vielleicht lasse ich mir doch die Haare schneiden...
Frau Müller erreichte das Wohnmobil am frühen Nachmittag nach gemütlichen 22,5 hauptsächlich durch Wald führenden Kilometern und 4:45 Std.

In Soltau planten wir einen Ruhetag ein und fuhren deshalb zielstrebig einen Campingplatz an. Für den heutigen Dienstag kündigte sich ein befreundetes Paar aus Gifhorn, Helga und Rainer, für einen Besuch an, und - im Gegensatz zu dem vor einigen Tagen geplatzten Treffen mit einer Bekannten in Hamburg - das klappte auch.

In Soltau




Endlich schaute nach zwei eher bedeckten und relativ kühlen Tagen schon morgens die Sonne auf uns herab und mit "um die 30 Grad" hörte sich auch der Wetterbericht erfreulich an.
Ruhetag! Das heißt also, dass das Wuschel so gegen 10.00 Uhr anfängt zu jammern, weil sie sich "heute ja gar nicht bewegen" kann; danach geht sie los und durchpflügt die Stadt... so kann ich aber waschen und machen, was sonst anliegt. Dabei habe ich ein neues "Sparmodell" entdeckt. Die mitgewaschenen Tempo- Taschentücher kommen, wenn man sie mit in den Trockner gibt, wirklich raus wie neu. Bisschen zerknittert, aber absolut zu gebrauchen. Da kommt was zurück in die Reisekasse!

Abends waren wir dann gemeinsam (zu viert also) beim Italiener essen und anschließend noch auf ein Gläschen rot gefärbtes Wasser vor dem WoMo. Schön, dass das geklappt hat!





Weshalb es übrigens auch erstrebenswert ist, südlich zu fahren, und das muss jetzt einfach mal gesagt sein, das sind die Radiosender. Ich sage etwa zweimal täglich, dass die hier leider nur zehn Schallplatten (singles...) haben, weil immer die gleiche Musik auf und ab gespielt wird. Und wenn sie dann noch die Kanzlerin immitieren (also so tun als ob...), kriege ich sofort Ohrenkrebs! Ich komme da nicht klar irgendwie... Zum Glück habe ich fast 1000 Titel auf dem Musikstick dabei.

Morgen steht eine 33-KM- Etappe an und der Wecker klingelt um 6:45 Uhr! Freitag bekommen wir Wander- Begleiter- Besuch, also Langeweile kommt hier nicht auf.
In unregelmäßigem Abstand finden sich neue Fotos und Geschichtchen unter diesem link.
Auf bald - gesund bleiben! Liebe Grüße

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