Halbzeiten im Teutoburger Wald und im WoMo, die schwäbische Tupperdose und zu viele Wolken
Hallo, wir sind’s, die mit dem inzwischen am Rücken
angewachsenen Rucksack und der mit den inzwischen rechteckigen Augen!
Tatsächlich teilten wir die folgenden Etappen bzw.
Teilstücke nach eigener Fasòn. Demnach führte die Etappe 32a von Extertal bis
Lemgo. Ja, die Handballhochburg. Überschaubare 23,5 Kilometer führten das
Wuschele durch die schöne Hügellandschaft des Lippischen Berglandes und durch
Teile des Teutoburger Waldes, aber viele Gesprächspartner fand sie unterwegs
nicht, um genau zu sein keinen!
Meist fahre ich übrigens per Landkarte bis zum Zielort
und dann mit Navi, aber manchmal auch nicht. Was unser Navi ab und an mit mir
macht liest sich wie folgt: Plötzlich sollte ich auf dem Weg nach Lemgo rechts
von der Bundesstraße abfahren, auf einen geteerten Feldweg! Okay, widerwillig
nahm ich diesen – und es war eine legale Abkürzung, tolles Gerät! Bald darauf
erneut, hier aber ein Schild „Durchfahrtsverbot“, und nochmals enger alles. Ich
fuhr mal, und als ich auf dem Hof eines Bauern erstmal Glück mit einem nur
gefährlich aussehenden Hundes hatte musste ich fragen, wo ich denn überhaupt
bin. "hintenrum geht’s weiter“, sagte der "hilfsbereite Milchbauer aus dem
Lippischen Bergland“ (obwohl ich ja gar nicht auf der Suche nach einem Bauern
war…), und tatsächlich: zwar nicht mehr geteert und nochmals enger, aber ich
erreichte kurz vor Lemgo und unter den kritischen Blicken manch verwunderten
Pferdes wieder die Bundesstraße.
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| "Fahr da lang!", sagte das Navi... |
Dann durfte ich endlich mal erleben, wie es wohl in
einem nordkoreanischen Supermarkt aussieht, denn das, was mir die „Netto“-
Filiale in Lemgo bot, war eher zum Weinen oder Haare raufen denn zum einkaufen.
Nun, es gibt ja auch noch andere Läden! Leider musste ich mich durch die rush-
hour quälen und so schaffte ich das gerade noch rechtzeitig, um mich auf dem
ausgesuchten Platz (ein Campingplatz inmitten der Stadt, weil wir ja definitiv
ans Stromnetz mussten) zu stellen, anzustöpseln, die Formalitäten zu erledigen
und einzuschalten. 14 Uhr ist eine echt frühe Anstoßzeit…
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| Auf dem Wege zwischen Extertal und Lemgo |
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| Es ist Weltmeisterschaft! |
Wenn dann einerseits „nur“ von schöner Landschaft
berichtet werden kann, und andererseits nur über drei im TV angesehene
Fußballspiele – ah, stimmt ja, zwischendurch gab es noch Maultaschen - dann war
das eigentlich ein Ereignis armer Tag. Interessant aber wieder, dass auf dem Campingplatz in Lemgo außer einem Belgier wieder nur Holländer um uns herum standen! Die interessieren sich ja dieses Mal nicht für die WM. Dafür stellten wir fest, dass selbst im kleinsten holländischen Wohnwagen (und da musste noch ein Rollstuhl rein) Platz sein muss für das, was unsereiner zuhause im Gewächshaus hat!
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| Mein Garten muss mit! |
Letzten Samstag sollte die Etappe 32b folgen, bis nach
Detmold. Inzwischen schlug die neue Tablettentherapie für den Ischias beim
Waldläufer soweit an, dass sie nachts relativ gut schlafen konnte und abends
durchaus auch meist Schmerz frei sitzen. Super bis dahin! Teile der Strecke
gehörten wieder zum Teutoburger Wald, aber auch zum Egge- Gebirge, das jetzt
nicht irrsinnig hoch ist, aber für Frau Müller doch ein stetiges Auf und Ab
bedeutete. Wie gesagt, mit Flachetappen ist schon seit einigen Tagen Schluss.
Genau 20 Kilometer wanderte sie und brauchte 4:30 Std. Der Plan sah dann vor
(denn ich war ja wegen WM unbeweglich und ans WoMo gefesselt, dieses wiederum
an seinen Standplatz), dass sie von Detmold im Bus zurück nach Lemgo fährt, und
dieses hat auch sehr gut funktioniert. Sogar etwas von der Stadt und natürlich
die Eisdielen dort hat sie dann sogar noch sehen können, was mir ja nun völlig
verwehrt blieb.
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| Detmold schon im Blick |
Somit hatten wir auch jeder seine Halbzeiten: ich alle
paar Stunden eine im WoMo und das Wuschele ihre Halbzeitetappe, denn ab sofort
geht’s quasi rückwärts.
Und im besten Bundesland von allen, bei den Erfindern von allem, also in Nordrhein Westfalen, sind wir inzwischen ebenfalls angelangt.
Eine der wohl letzten Spargeletappen gab es an dem
Tage ebenfalls noch, aber allzu lange geht das nicht mehr.
Sonntag brauchten wir wieder mal den Wecker, 6:45 Uhr…
Wir stellten fest, dass wir keine Netzanbindung (Strom) mehr hatten und kaum
dass ich den (ausgesteckten) Stecker wieder anstöpselte, kam ein cholerischer
Mitarbeiter des Platzes angelaufen und meinte, ich legte den ganzen Platz lahm!
„Echt“, fragte ich ein wenig scherzhaft, und der Gute platzte beinahe. Im Büro und
was weiß ich wo war der Strom ausgefallen, weil irgendwelche Sicherungen
ausschalteten. Okay okay, die Ursache lag bei uns, also bedingt. Denn es hatte
am Vorabend zu regnen begonnen und das war teilweise extrem heftig, jedenfalls
lief irgendwann halt Regenwasser in die Steckdose unserer Kabeltrommel, die
eigentlich geschützt unter dem WoMo lag, und es gab den Kurzschluss. Aber, naja, kein Problem für uns, ich
mache mir nur Sorgen wegen des Mitarbeiters, der hatte so komisch geschwollene
Adern am Hals…
Schwierig war die Stellplatzsuche in Altenbeken, dem
Ziel der 33. Etappe. Das liegt nämlich ziemlich in einer Kessellage und die
offiziellen Stellplätze sind extrem rar. Während Marion also durch das
Eggesteingebirge pirschte, bekam ich nirgendwo an den Stellplätzen Empfang für
die SAT- Antenne. Aber 17 Uhr Deutschland! Irgendwann nistete ich mich mit dem
WoMo passender Weise am örtlichen Sportplatz ein, da klappte es. Puh! An das
Spiel selbst kann ich mich jetzt gar nicht mehr erinnern…
Miss Wanderlust brachte 30 Kilometer hinter sich, in
6:20 Std, und sie „bezwang“ das Eggegebirge, als sie am „Eggeturm“, der
höchsten Stelle dort, vorüber kam. Der liegt auf beachtlichen 470 Metern Höhe,
also etwa wie meine Wohnung zuhause; sie habe gar nicht gemerkt, dass es hoch
ging, meinte sie. Aber eine Menge Leute hat sie getroffen und Unmengen schon
vollreifer Heidelbeeren gab es. Schön, dass sie welche mitbrachte. Da zahlt
sich übrigens ein bissi schwäbische Einfärbung gut aus: Frau Müller hat nämlich immer
ein leeres Tupperdöslein im Rucksack!
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| Das "Hermannsdenkmal" bei Detmold. Die Kolossalstatue ist 36,5/ 53,5 Meter hoch und bald 200 Jahre alt; sie soll an den Cheruskerfürsten Arminius erinnern - wer kennt ihn nicht! |
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| Eindrucksvoll: Die Externsteine im Teutoburger Wald, natürlich Sandstein- Formationen |
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| Der Eggeturm - auf 470 Metern hält er den alpinen Stürmen trotzig Stand... |
Etappe 34 von 64 begann voll trüb! Viele Wolken am
Himmel, eine wenig erfreuliche Vorhersage aus dem Radio und kühler als
gewünscht.
Auf der 27,5 Kilometer langen Strecke wurde sie aber
nicht nass, denn der Regen blieb tatsächlich aus, zwischendurch lugte sogar mal
die Sonne durch, und mild wurde es auch noch. Ein Stück weit wanderte sie mit
einer Pilgerin, die – allerdings nur um des Wanderns Willen – auf dem teilweise
parallel verlaufenden „Cherusker“- Pilgerweg wandelte. Nach 6:20 Std und
zahlreichen toruistischen highlights unterwegs erreichte sie das Etappenziel Willebadessen, wo
ich inzwischen schon einen Platz (mit TV- Empfang) gefunden und das Kloster
angesehen hatte, übrigens laut Touri- Info die einzige sehenswerte Stelle des
Ortes, auch wenn es nicht mehr aktiv, sondern in privater Hand und leerstehend
ist.
So gehen die Tage. Wir warten vor allem auf besseres
Wetter, bessere deutsche Spiele, der Waldläufer darauf, dass sich ihr
Ischiasproblem auflöst und ich, dass sich meine mir angelachte Sommergrippe
wieder verabschiedet. Sonst geht es uns im Prinzip ganz gut. Wir melden uns
unter diesem link in absehbarer Zeit wieder. Alles Gute allen bis dahin, liebe
Grüße und: Fußball wird völlig überschätzt!
















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