"Ganz spezieller" Stellplatz, ein Steinernes Meer, das Einkaufsdebakel und die App für die Tonne!
Ein freundliches Hallo! Möglicherweise
melden wir uns heute ein letztes Mal von unterwegs. Denn am 22.7.18 werden wir
zuhause ankommen.
Nachdem
unser Wanderbesuch Andreas uns wieder in Richtung Heimat verlassen hatte,
„flüchteten“ wir aus der Großstadt Frankfurt. In Neu Isenburg, da begann am
Folgetag die nächste Etappe, suchten wir einen Platz für die Übernachtung.
Leider bieten sie dort weder einen campground noch einen WoMo- Stellplatz
irgendwo. Also gut, wir haben ja noch immer was gefunden. Die ersten Versuche schlugen
allesamt fehl, dann bemerkte der Waldläufer in der Karte aber einen wirklich
interessanten Ort, wo man parken konnte und der für die Tour sehr günstig lag.
Leider entpuppte sich das durchaus adäquate Gelände als eingezäunt. Auf einem
Schild las ich dann, dass der Platz nur für Mitglieder erlaubt sei. Und dass
man dort Volleyball und Boccia spielen könne. Und dass es eine
Gastmitgliedschaft gebe. Grundsätzlich wäre es uns und mir ja egal gewesen,
dass es ein Freikörperkultur- Verein war dort, allerdings hatte ich doch ein
wenig Bedenken, dass sie mich nachher nicht wieder weg lassen wollen…
Wir
fanden einen anderen besonderen Platz, und zwar am Bahnhof. Welche Freude, im
Minutentakt Züge jedweder Art zu hören, als ob sie dir durchs Wohnzimmer
donnern, während gleichzeitig regelmäßig ein Bus mit 70 km/h und 25 Zentimetern
Seitenabstand an dir vorbei zimmert. Dazu passte sehr gut, dass die Stelle über
der Einflugschneise vom airport Frankfurt liegt und wir die landenden Ungetüme
beinahe berühren konnten. So schrien wir uns eben den Abend lang an, um etwas
zu verstehen; wobei man klar sagen muss, dass wir erstens um zehn Uhr todmüde
in die Betten fielen und es zweitens ab elf Uhr total ruhig und angenehm dort
war.
Am
Freitag, dem 13. sah der Plan die 54. Etappe vor und Frau Müller wanderte von
Neu Isenburg auf schöner Strecke mit zahlreichen highlights (siehe Fotos) über
24,0 Kilometer in 5:10 Std in den Bereich des Odenwaldes und bis nach Darmstadt.
Dort hatte ich einerseits einen schmucken Platz am Steinbrücher Teich ausfindig
gemacht und einen Besuch für abends organisiert; mein Neffe David und seine
Freundin Friedi, die dort studieren, fanden die Zeit auf einen Schluck, und
erst nach Mitternacht trennten wir uns wieder.
![]() |
| Einige highlights zwischen Neu Isenburg und Darmstadt |
![]() |
| Stellplatz am Steinbrücher Teich |
Von
Darmstadt führte Etappe Nummer 55 nach Lautertal- Reichenbach.
Hoch gelegen,
keine offizielle Stellmöglichkeit. Und doch fanden wir etwas, nämlich bei der
Kuralpe, in der Nähe eines Hotelrestaurants auf einem Wanderparkplatz. Erneut 24,0 Kilometer und 5:10 Std wanderte
Miss Latsch und berichtete von einer landschaftlich sehr schönen Strecke mit
etlichen Höhen. Nach dem leider bereits vorletzten Spiel der Fußball WM, dem
Abendessen (heute wieder mal kalt, denn es war schlicht zu heiß für Warmes) und
einem Würfelspiel, dessen Ausgang ich ganz vergessen habe, wollten wir
eigentlich zu Bett, als wir auf einem Wiesenstück schemenhaft einen Mann umher
gehen sahen. Langer Rede kurzer Sinn: in dem nahen Hotelrestaurant fanden an
jenem Abend gleich zwei Hochzeiten statt, und eine der Gesellschaften hatte
wohl den schemenhaften Mann bestellt, welcher ein Künstler war, der mit Fackeln
hantierte und dazu natürlich auf die Dunkelheit warten musste. So bekamen wir
die show ohne Eintrittskosten von unserer Bleibe aus mit, wenngleich sich
unsere Begeisterung insgesamt in Grenzen hielt.
![]() |
| Sogar ich verstehe nicht sämtliche Zeichen, die mir der Waldläufer zwischendurch gibt... |
Der
VFL Birkenau (in der Nähe von Weinheim) besitzt einen eingezäunten
Kunstrasenplatz mit einem kleinen Gastraum und wenigen Parkplätzen. Nicht dass
ich schon je zuvor von diesem Klub etwas gehört hätte, aber dort fand sich für
uns ein sehr brauchbarer Stellplatz. Günstig gelegen an der Strecke, eben, TV
Empfang fürs Finale, das wir abends selbstverständlich ansahen - und absolut
ruhig! Weil die Müllerin doch 6:10 Std
für die 25,5 Kilometer der 56. Etappe benötigte und von einer anstrengenden,
aber schönen Strecke, zum Beispiel am Felsenmeer vorüber, berichtete, auf der
sie – klar, es war ja Sonntag – einer Menge Menschen zu Fuß und auf dem Rad
begegnete, war es doch und trotz Hitze Zeit für eine vernünftige Mahlzeit, und
die hieß im Hauptgang dann auch Lammsteak mit Bohnen und Bratkartoffeln. Der
Beweis für die Richtigkeit dieses Tuns wurde schnell erbracht – es blieb null
und nix übrig!
Meine
Wenigkeit gestattete sich ebenfalls einen kleinen Ausflug. Mehr oder weniger auf
der Strecke lag auch für mich das Felsenmeer von Lautertal, und die Fotos sagen
deutlich aus, dass sich der Ausflug und die Stunde Bergwanderung lohnten.
![]() |
| Am Felsenmeer bei Lautertal- Reichenbach |
Und
interessant war es allemal, fand ich doch unterwegs den Stuhl, auf dem sich
Miss Latsch unterwegs immer ausruht…
![]() |
| Der Stuhl des Waldläufers... |
Doch vor allem auch, weil ich so früh dran
war, dass mir erst Menschen begegneten, als ich bereits wieder am WoMo ankam.
Wie
erwartet verbrachten wir eine vollkommen ruhige Nacht und so war es gar nicht
schlimm, dass wie oft in jüngster Zeit schon „unurlaubsgerecht“ früh der Wecker
klingelte.
Für
Montag stand die 57. Etappe Birkenau nach Heidelberg an. Ich hatte einzukaufen,
wieder mal ein besonderes Erlebnis… Denn als ich beim Supermarkt auf den
Parkplatz fuhr, entpuppte der sich als so winzig, dass es unmöglich war, das
WoMo zu stellen. Platz wäre sowieso nicht gewesen. Leider gab es auch nur eine
einzige Zufahrt! Also rangierte ich zuerst einmal ein shirt nass, bis ich
wieder ohne Flurschaden draußen war. Fluchend (und nicht zu knapp!) suchte ich
einen regulären Parkplatz, fuhr ums Karree und stellte mich dann. 250 Meter zum
Laden; okay, dachte ich, kannst ja mit dem Einkaufswagen herfahren.
Der
Einkauf selber (ich glaube das liegt am Montagmorgen) war Durchschnitt, denn
vieles gabs (noch) nicht, weil die Mitarbeiter alle erst aus- und einräumten,
und dazu war es unerträglich eng, denn überall standen Paletten im Weg. Naja.
Ich
gelangte irgendwann doch zur Kasse und verließ den Hof mitsamt meinem Wägelchen
in Richtung WoMo. Und genau jetzt, also beim Verlassen des Hofes, blockierte an
diesem Scheiß- Einkaufswagen das rechte Vorderrad! Zieh mal so ein volles Ding
rückwärts 250 Meter über einen Gehweg!
Das
Wuschele berichtete nach üppigen 7:10 Std und 29,5 Kilometern von einer schönen
Odenwaldetappe, die jedoch ständig und teilweise sehr steil auf und ab führte.
Trotzdem kam sie am Stellplatz, der direkt am Neckar in Heidelberg ausgesucht
wurde, an, wenn auch erschöpft. Wie gut, dass der Koch in der Reisegruppe für abends Pasta angeordnet hatte, so wurden auch ihre Akkus - wenn auch ein wenig widerwillig, wie immer - aufgeladen; frischen Spinat und prawns gabs übrigens dazu.
![]() |
| In Heidelberg |
![]() |
| Für den Akku... |
Sehr bald übrigens standen wir dort nicht mehr „einsam“;
zuletzt parkten in der Uferstraße (Sackgasse) rund zehn Mobile, große und
geschrumpfte… Zwar verläuft dort ein Fuß- und ein Radweg, beides war auch
mächtig frequentiert, aber mit Einbruch der Dunkelheit wurde das schlagartig
ruhig, und es blieb die ganze Nacht still.
Als
wir am heutigen Dienstag erwachten und aufstanden, sahen meine noch kleinen
Äuglein auf der gegenüberliegenden Straßenseite den eifrigen Stadtsheriff. Er schrieb
und fotografierte, und mit einem knitzen Lächeln brachte er dann Zahlkarten an
den Windschutzscheiben an… Keine Ahnung, ob wir nun irgendwie ein Schild
übersehen hatten oder er uns nichts hätte anhaben können, wir zogen es vor,
unseren dringenden Termin wahrzunehmen und fuhren weg. ..
Ohnehin
stand für die 58. Etappe Schriesheim als Ausgangsort auf dem Plan. Ich fuhr
voraus, mit einer niegelnagelneuen Wunder- App im HY ausgestattet! Eine
Trinkwasserbrunnen- App! Bravo, nie mehr Wasser suchen! Heute sollte ich den
Brunnen in Leimen ansteuern, Bobbeles Geburtsort. Nun, aufgrund von Vollsperrungen
und weil es mir zu doof war, 15 Zusatzkilometer zu fahren, fuhr ich erst nach
Wiesloch, denn der große Gasbehälter zeigte am Vortag plötzlich null! Dann
machte ich mich auf den Weg in Richtung Mühlhausen, wo das Wuschele ankommen sollte.
In Östringen wurde der nächste Brunnen angezeigt; nun, an der Adresse fand ich
keinen Brunnen, und die Eingeborenen dort schüttelten allesamt den Kopf. Von
einem Brunnen hier hätten sie noch nie etwas gehört. Interessant. Vollpfosten-
App, ab damit in die Tonne!
Ich
fand einen Platz für die Nacht in Mühlhausen. Der Waldläufer schaffte es leider
nicht, also nicht rechtzeitig! Sie wurde von dem heran stürmenden, mächtigen
Gewitter eingeholt, als sie noch 300 Meter von mir entfernt war! Aber sie hatte
Glück und konnte an einem Vereinsheim unterstehen und sogar mit dem Platzwart
aushandeln, dass ich kommen und Wasser aufnehmen kann. Das war super, denn sie
stand unter und ich wurde nass bis auf die Haut! Aber wir hatten volle
Wasservorräte, super Sache.
18
Kilometer, mit heftigem Anstieg bis Gaidorf, dann die Grenze zwischen Odenwald
und Kraichgau passierend und von da an meist flach oder höchstens hügelig wanderte
die Müllerin in 4:15 Std bis zum Unterstand, wo sie ja dann ihr Privattaxi
hatte.
![]() |
| Vom Odenwald in den Kraichgau |
So
langsam spielen wir schon Heimspiele. Bruchsal, Pforzheim, Dobel, nachhause, so
heißen grob die restlichen Stationen. Wir melden uns unter diesem link noch
einmal, wenn wir zuhause angekommen sind, vielleicht nicht am ersten oder
zweiten, aber spätestens am dritten Tag. Bis dahin wünschen wir allen, dass es
gut geht und alles läuft wie gewollt. Herzliche Grüße von uns.

















Kommentare
Kommentar veröffentlichen