„Ooh du schöö-ö-öö-ner…“, „Fettnapf- Tommy“ und das Oberschenkelmuskelischiasknie
Ein sonnenhaftes Hallo an alle, wir melden uns aus dem
Nichts namens Freilingen.
Inzwischen haben wir wieder einmal eine Landesgrenze passiert, und zwar
die von Nordrhein Westfalen nach Rheinland- Pfalz. Wir waren selber ein
bisschen überrascht, dass das so weit bis Norden reicht!
Zuerst feierten wir aber vergangenen Freitag die
Beendigung der 42. Etappe und somit das Erreichen der 2/3- Marke! Um die 1200
Kilometer hat das Wuschele inzwischen in den Beinen (ich in meinen gummierten
natürlich deutlich mehr…), und an diesem Freitag standen ja nur gemütliche 17,5
von Deuz nach Siegen im Sauerland auf dem Plan. Doch vor der Belohnung, also
dem Besuch beim „All-you-can-eat“- Asiaten, suchte ich einen Waschsalon in
Siegen auf. Leider musste ich deutlich um die Ecke parken und hatte rein
optisch echt so ein bissi was von „Obdachloser“, als ich mit einem prall
gefüllten Wäschesack und einer ebenso übervollen Sporttasche durch zwei Straßen
zog… Jeder kennt das, die Wäsche wird natürlich nicht ganz so wie zuhause, aber
immerhin, alles war wieder mal gewaschen, Gottseidank!
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| Vom Sauerland in den Westerwald |
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| Waschsalon- Glückseligkeit |
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| In Siegen |
Der
Aufenthalt im Restaurant – der Waldläufer hatte geladen – verlief im Prinzip
ähnlich wie oft in solchen Mampftempeln: Frau Müller isst drei, vielleicht vier
Mal ein kleines Schüsselchen voll Allerlei, dann nur noch Nachtisch – mich
wundert echt jedesmal, dass sie im Schokoladenbrunnen nicht richtig badet… Nun,
und ich begebe mich von Sushi über die Fischgänge zu den Fleischtöpfen, und
wenn ich mich danach (also nach acht Gängen) noch bewegen kann, esse ich zum
Nachtisch noch etwas Obst.
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| Alles klar... |
Am Samstag herrschte wieder klare Arbeitsteilung.
Tanken und Einkaufen für den einen, die 43. Etappe von Siegen nach Herdorf für
die andere. 6:30 Std war Comtesse dè Latsch unterwegs und bewältigte 28,5
Kilometer. Sie berichtete über eine wunderschöne Tour, von Siegen ab ordentlich
ansteigend, und dann immer wieder auf und ab. Unterwegs kam sie auch an einigen
so genannten Druidensteinen vorüber, alte Überbleibsel aus der Tertiär- Zeit; es wird sich keiner erinnern, denn es ist 350
bis 400 Millionen Jahre her.
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| Druidenstein |
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| Vor lauter Zeichen den Weg nicht sehen... |
Es war (ehrlich!) zu heiß, um zu kochen! Wir nahmen abends eine Salami-
und Käseplatte mit Weintrauben und Weißbrot, das war möglich. Aber lieber so
als kalt und regnerisch.
Etappe 44 führte von Herdorf nach Fuchskaute… Echt,
noch mehr außerhalb geht nicht. Und es handelt sich weder um Stadt noch Dorf,
sondern nur um eine Übernachtungs- und Einkehrmöglichkeit. Das nächste von
Menschen bewohnte Gebiet ist Willingen im Westerwald, ein Kaff. Aber ich fand dort eine gute, ruhige
Stellmöglichkeit für die Nacht, und damit war ja alles gut; der Fernseher lief
ebenfalls.
Neben etlichen und teilweise sehr imposanten so
genannten „Trödelsteinen“ und wunderbarer Landschaft begegnete sie diesmal
einer großen Zahl Menschen. Schließlich war Wochenende und traumhaft schönes Wetter, wen wundert‘s, dass
da – vor allem wohl – Mountainbiker und Radler unterwegs sind ohne Ende.
Am Montag verließen wir die Fuchskaute, der Weg sollte
uns nach Bad Mariendorf führen. Und das zeigte sich als erstens gar nicht so
klein und zweitens richtig schmuck. Total im Kessel gelegen, ringsum von
Wäldern umgeben und mit einem Stellplatz, der sich zu Recht als „Top“
bezeichnet. 41 Fahrzeuge haben da Platz, ich war der dritte, und bis auf einen
blieb es am Montag auch dabei. Gleich zu Anfang lernte ich den Platzwart
kennen, ein netter (Typ Hausmeister, aber das muss glaube ich so sein). Aus,
also gebürtig in Schorndorf, man hörte es, und so hatten wir schon mal schnell
eine Ebene. Die 65 schon eine Weile erreicht, wolle er nicht ganz ohne Arbeit
sein, und so sehe er hier am Platz morgens und abends ein bisschen nach dem
Rechten.
Die Wandersfrau erreichte
mich, der ich bereits alles aufgebaut, das Abendessen (es gab dann Steaks mit
Salat und Weißbrot, vorweg je ein gegrilltes Maiskölbchen) vorbereitet, die
Anmeldung hinter uns gebracht und mich zum Lernen platziert hatte (das mach ich ja immer, wenn
ich Zeit habe), am frühen Nachmittag, heute – auf der Etappe Nummer 45 -
brauchte sie für die 18,5 Kilometer eben mal 4:00 Std., und da war die Bummelei
durch den Ort schon inbegriffen.
Wie vorab grob angedacht realisierten wir, hier mal wieder einen Zwischentag einzulegen. Eine gute Entscheidung, denn man kommt ja vor lauter Verlängerungen und Elferschießen bei dieser WM gar nicht mehr zu Bett!
Wie vorab grob angedacht realisierten wir, hier mal wieder einen Zwischentag einzulegen. Eine gute Entscheidung, denn man kommt ja vor lauter Verlängerungen und Elferschießen bei dieser WM gar nicht mehr zu Bett!
Weil es hier einen Wildpark gibt, wo man auch Wisente
sehen kann, war dies unser erstes Tagesziel am Ruhetag. Wie schön, dass es den
Tieren in ihrem Pelz ein wenig zu warm war und sie sich den Blicken (und
Objektiven) lieber entzogen und schattig und versteckt lagerten.
Danach in die Stadt, ein wenig bummeln und auf ein Eis natürlich. Ich spürte während der Bestellung, dass einer an meiner Kamera zupft und denke schon über das Ziel meiner Faust nach, als sich der Platzwart zu erkennen gab. Neben ihm stand noch ein etwa 6- jähriges Mädchen und es entwickelt sich ein kurzer Dialog.
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| Basaltsee bei Bad Marienberg |
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| Ratespiel: Einer der beiden ist 350 bis 400 Millionen Jahre alt... |
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| Wisente - ehrlich! Und ganz nahe! |
Danach in die Stadt, ein wenig bummeln und auf ein Eis natürlich. Ich spürte während der Bestellung, dass einer an meiner Kamera zupft und denke schon über das Ziel meiner Faust nach, als sich der Platzwart zu erkennen gab. Neben ihm stand noch ein etwa 6- jähriges Mädchen und es entwickelt sich ein kurzer Dialog.
Ich: „Na, hat dich der Opa auf ein Eis eingeladen?“
Das Mädchen: - schweigt nur –
Der Platzwart: „Noi, dor Babba! Feddnäbfle!“
Da wir ohnehin in höchster Zeitnot waren und auf dem
Sprung, verabschiedeten wir uns knapp. Am Abend kam er aber und brachte einen
Himbeerlikör mit; die Kleine war übrigens das jüngste seiner neun (9!) Kinder…
Abends grillten wir Doraden, davor wünschte sich die
Müllerin „Tomaten/ Mozzarella“. Nun hab ich ja keinen Kräutergarten auf dem
Autodach (eine Idee aber ist das!) und so fragte sie mich abends, woher ich
denn das Basilikum hätte und ich antwortete wahrheitsgemäß „gezogen“. Ihrem
ungläubigen Blick nachgebend erklärte ich schließlich, dass ich es im
Einkaufsladen von einer dort stehenden und langsam austrocknenden, Mitleid
erregenden Pflanze (ab-) gezogen hatte – ich brauchte ja bloß ein paar wenige
Blättchen….
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| Vier mittelgroße Kugeln plus Spezialwaffel zu 1,80 EUR, da kannst du nicht meckern |
Mittwoch fuhren wir weiter. Jetzt war auch keine
Trödelzeit mehr, denn am Montag erwarten wir wieder Besuch zum Mitwandern, und
da ist der Treffort schon ausgemacht. Ich fuhr also los in Richtung Freilingen
(muss man jetzt nicht kennen), und irgendwann passierte es: in einer Kurve,
ganz langsam unterwegs, flog mir eines der Fenster vom Alkoven um die Ohren. Da
erschrickst du echt mal! Was war passiert? Und vor allem: wessen Schuld war
das?
Also: klar ist, dass das Wuschel das Fenster am
Vorabend geöffnet hatte. Morgens wanderte sie dann los, wie immer. Nun – und
deshalb liegt die Schuldfrage eindeutig bei ihr – ließ sie mich danach
losfahren, ohne dass ich nochmal alle Fenster kontrollierte… In Wirklichkeit
dachten wir natürlich nicht über Schuld oder keine nach, sondern wie wir das am
besten regeln können. Im Laufe der Woche werde ich aber in erreichbarer
Entfernung beim Fachmann einen Termin bekommen, einen Angriff aufs budget
stellt die Sache jedoch allemal dar!
Wenigstens war nur gutes Wetter vorher gesagt,
trotzdem klebte ich so gut es eben ging dekorativ eine Plastiktüte vor das
Fenster, als ich in Freilingen den Stellplatz erreicht hatte. Eine Stunde später
ging ein ordentliches Gewitter über das WoMo herab…
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| Shit happens... |
Nach 23 Kilometern und 5:25 Std kam der Waldläufer an;
unterwegs ging es immer ein wenig auf und ab, aber nicht wirklich steil. Sie
ging am Rande der „Seenplatte Westerwald“ vorüber (das sind drei überschaubare
Seen), bekam von dem Regenguss, der bei mir herunterging jedoch nichts ab, da
sie zu der Zeit bereits wieder innerhalb des Waldes wanderte. Inzwischen sehe ich
ihre Ischiasproblematik etwas ernster, denn nachdem es mal besser war und sich
zu regeln schien, wird es aktuell wieder spürbar schlimmer. Dazu kommt, dass
sie wahrscheinlich aufgrund dessen falsch belastet und im anderen Bein nun ein
muskuläres Problem am Oberschenkel aufgetaucht ist. Zu allem Überfluss zwickt ihr
Knie derzeit in unregelmäßigen Abständen. Ein Oberschenkelmuskelischiasknie
eben. Noch immer besteht sie allerdings darauf, dass sie am wenigsten Schmerzen
empfindet, wenn sie wandert, daher ist – jedenfalls derzeit – ein vorzeitiger
Abbruch für sie keine Option. Nun ja, hoffen wir auf eine positive Entwicklung.
Sonst haben wir keinen Grund zur Klage. Klar melden
wir uns unter diesem link bald wieder. Jetzt
bleibt nur, höflich den Tagesgruß zu entrichten, allen alles Gute zu
wünschen und zu sagen: tschüß, auf bald!





















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